Der Notfall

 

Jährlich müssen ca. 200.000 Kinder nach einem Unfall im Krankenhaus behandelt werden. 1, 7 Millionen suchen den Arzt auf. Im Notfall ist es sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern und Babies extrem wichtig, richtig zu reagieren. Nur so kann eine optimale Versorgung des Verletzten sichergestellt werden.

Zunächst sollten Sie sich folgende Fragen stellen, die auch für das eventuelle Absetzen eines Notrufs bedeutsam sind:

– Was ist passiert?

– Wie ist es passiert?

– Sind mehrere Kinder verletzt? – In solchen Fällen ist es wichtig immer erst schwere Verletzungen zu behandeln!

– Besteht weiterhin Gefahr?

– Kann jemand helfen?

– Muss der Rettungsdienst gerufen werden?

Gerade bei Kindern sollten Sie, wenn Sie sich unsicher sind, lieber einmal mehr ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen als einmal zu wenig. Hier gilt vor allem: Keine falsche Scheu! Es gibt keine Fehleinsätze! Die häufige Angst für solche Einsätze die Kosten übernehmen zu müssen ist unbegründet. Das Rufen des Rettungsdienstes verursacht keine Kosten; diese entstehen erst bei der Fahrt ins Krankenhaus, werden jedoch von der Krankenkasse übernommen.

In manchen Fällen ist es sinnvoll selbst mit dem Kind ins Krankenhaus zu fahren. Allerdings müssen Sie sich sicher sein, dass das Kind sich in einem stabilen Zustand befindet. Darüber hinaus müssen Sie sich darüber bewusst sein, dass Sie sich, wenn Sie alleine sind, nicht um das Kind kümmern können. Nehmen Sie am Besten eine weitere Person mit, welche sich konstant um das Kind kümmern kann. Wenn Sie selbst aufgeregt sind sollten Sie lieber auf ein Taxi oder den Rettungsdienst zurückgreifen, da die Unfallgefahr mit der Nervosität steigt. 

Um einen Notruf abzusetzen ist es zunächst bedeutsam die wichtigsten Notrufnummern zu kennen. Seit 2009 ist der Notruf in ganz Europa unter der 112 zu erreichen. Sollten Sie Urlaub im nichteuropäischen Ausland machen, sollten Sie sich bereits vor Reiseantritt über die Notrufnummern vor Ort informieren. 

Nach der Einwahl der Nummer werden Sie umgehend mit der Rettungsleitstelle verbunden. Bitte beachten Sie, dass bei einem Notruf über das Mobilfunknetz der Verbindungsaufbau einige Zeit dauert, da zunächst Ihr Standort durch ein automatisches Ortungssystem ermittelt wird. Dieser wird allerdings nicht an die Notrufzentrale übermittelt. Brechen Sie den Notruf daher auf keinen Fall ab!

Wenn Sie mit der Rettungsleitstelle verbunden sind, ist es extrem wichtig, dass Sie die Ihnen gestellten Fragen ruhig und sachlich beantworten, auch wenn Sie sich in einer Ausnahmesituation befinden. Machen Sie sich auf folgende Fragen gefasst:

– Wo ist es passiert?

Hierbei handelt es sich um die wichtigste Information. Neben der Adresse ist eine exakte Beschreibung des Unfallortes notwendig, Hierzu gehören neben der Straße und der Hausnummer auch das Stockwerk. Bei Unfällen außerhalb von Wohngebäuden ist eine möglichst exakte Beschreibung der örtlichen Umgebung sinnvoll. (Bspw., dass Sie sich im Garten etc. befinden)

– Was ist passiert?

– Wie viele Patienten gibt es? 

(Hinweis darauf, dass es sich um ein Kind handelt – Angabe des Alters)

– Welche Krankheits- oder Verletzungsanzeichen liegen vor?

– Warten Sie auf Rückfragen!

Im Normalfall schickt die Rettungsleitstelle sodann einen Rettungswagen, der mit Fachpersonal besetzt ist. Bei Kindern ist es nicht nur möglich, sondern auch erwünscht, dass die Eltern oder eine Bezugsperson das Kind bei der Fahrt mit dem Rettungswagen begleiten. Sollte die Rettungsleitstelle von einem lebensbedrohlichen Zustand ausgehen, wird neben dem Rettungswagen auch ein Notarzt geschickt – ob dies erforderlich ist, entscheidet die Rettungsleitstelle.

Um eine schnelle Versorgung des Kindes zu gewährleisten ist es sinnvoll den Rettungsdienst einzuweisen. Schicken Sie dazu eine weitere Person an die Straße, wo der Rettungswagen anfahren wird.